Eine Liebeserklärung an den Trickfilm der 1930er, jeder Boss ein forderndes lebendiges Gemälde. Der Schwierigkeitsgrad bleibt hart, aber fair, der Zweispieler-Koop vervielfacht den Spaß, und der DLC Delicious Last Course hält das Niveau des Hauptspiels.
Euer Urteil
Kategorie
Action2 Spieler7+
Koop
Beschreibung
Zwei Brüder mit Tassenköpfen müssen eine Schuld beim Teufel begleichen, indem sie Boss um Boss bezwingen. Veröffentlicht von Studio MDHR, weltweit 2019 erschienen. Schießen und Ausweichen gegen einfallsreiche Bosse, hoher Schwierigkeitsgrad, Spiel zu zweit und ein Cartoon-Look der 1930er.
Cuphead im Test
MAX
Art-Design
★★★★★
"Ikonisch"
MAX
Musik
★★★★★
"Legendär"
3/5
Story
★★★★★
"Solide"
Eine makellose Hommage an die Cartoons der 1930er: Rubber-Hose-Bewegung, zitternde Tuschelinien, handgemalte Aquarelle und Filmkorn. Jeder Boss wirkt wie ein wiederbelebtes Animationsbild, und diese wahnwitzige Echtheit bleibt bis heute unerreicht.
Kristofer Maddigan nahm fast drei Stunden 1930er-Jazz mit einer echten Big Band auf, und das hört man: wirbelnde Klarinetten, Ragtime-Banjos und entfesseltes Blech machen jeden Bosskampf zur fiebrigen Kabarettnummer. Die Musik spiegelt Cartoon-Takt und Gefahr, erzeugt eine ausgelassene Spannung. Wenige Spiel-Scores tragen abseits des Bildschirms so gut, wie eine Platte aus der Swing-Ära.
Gameplay
"Meisterhaft"
Jedes Bossmuster einprägen, pixelgenau ausweichen und in derselben Sekunde kontern: Anspruch und Präzision durchziehen jeden Kampf. Die Schwierigkeit bleibt knackig, doch fair, und einen Boss nach zehn Versuchen zu fällen, schenkt ungetrübte Befriedigung. Der Zweier-Koop vervielfacht das Chaos. Die handgemalte Zeichentrick-Ästhetik der 1930er wird wohl nie altern. Ein Gipfel, der heute noch zählt.
Spaß
"Schon in den ersten Minuten"
Suchtfaktor
"Packend"
Schwierigkeit
"Brutal"
Als unerbittliche Folge von Bosskämpfen mit tückischen Mustern angelegt, verlangt es, jeden Übergang zu verinnerlichen und im Bruchteil einer Sekunde zu reagieren. Die Härte liegt im Lernen und in den Reflexen, nie im Zufall: Jede Niederlage zeigt den Konter. Brutal, doch glasklar bleibt seine Kompromisslosigkeit legendär.
Jede Begegnung ist eine handgezeichnete höllische Choreografie, in der Bosse unvorhersehbare Verwandlungen und pixelgenau zu lernende Muster aneinanderreihen. Merken, Ausweichen, Parieren und im richtigen Moment Zuschlagen wird zur Prüfung von Ausdauer und Nervenstärke. Der 1930er-Cartoonlook und der fiebrige Jazz veredeln eine harte, aber tadellos faire Herausforderung.
Ein verkanntes Juwel
Den Zeichentrick-Look der 1930er hat fast jeder schon einmal gesehen, doch übersehen wird oft die komplett von Hand gemalte, Bild für Bild animierte Kunstfertigkeit, im Spielebereich kaum zu vergleichen. Hinter dem Ruf brutaler Schwierigkeit steckt ein Boss-Rush voller verrückter Einfälle, bei dem jeder Kampf eine eigene Idee erzählt. Im Koop neu zu entdecken, für Freunde von Herausforderung und Schönheit.
Spaß zu mehreren
Cupheads irre Bosse zu zweit zu bezwingen ist Teamwork in seiner angespanntesten Form: im Takt ausweichen, den Partner decken und ihn mit einem Parade-Treffer zurück ins Leben holen. Die gnadenlose Schwierigkeit macht jedes Scheitern zum gemeinsamen Lacher und jeden besiegten Boss zum geteilten Triumph. Man startet immer wieder neu, um diese eine Phase endlich zu knacken.
Ein Kult-Cover
Wie direkt einem Zeichentrickfilm der 1930er entstiegen, zeigt sich Cuphead mit biegsamen Gummischlauch-Gliedern, Sepiatönen und Filmkorn der Epoche. Die Hommage ans Rubber-Hose ist so getreu, dass man eine auf dem Dachboden gefundene Filmrolle vermuten würde. Diese verspielte, akribische Vintage-Entscheidung fesselt den Blick und bewahrt eine völlige Eigenständigkeit inmitten moderner Veröffentlichungen.
Lohnt sich Cuphead 2026 noch?
Cuphead hat nichts von seiner Kühnheit verloren. Seine 1930er-Cartoon-Ästhetik, vollständig von Hand gemalt und animiert, bleibt im Spiel einzigartig und altert wohl nie. Die fast ausschließlich um erfinderische Bosskämpfe gebaute Struktur verlangt Präzision und Auswendiglernen, und ihre Schwierigkeit bleibt eine bewusste Haltung, die eilige Spieler abschreckt. Doch die Befriedigung, einen Boss nach zehn Versuchen zu fällen, ist ungebrochen. Der Zweispielermodus fügt freudiges Chaos hinzu. Für Fans fordernder Action und starker Bildsprache ein nach wie vor aktueller Gipfel.