Ein ehrgeizigerer Nachfolger, der noch immer atemberaubend schön ist. Das Kampfsystem gewinnt echte Tiefe, und die Animation bleibt verblüffend flüssig. Ein paar Performance-Aussetzer bleiben, doch Emotion und Inszenierung reißen alles mit.
Euer Urteil
Kategorie
Jump ’n’ Run1 Spieler7+
Beschreibung
Der Geist Ori durchstreift einen bedrohten Wald, um einer Eule zu helfen und das Gleichgewicht wiederherzustellen. Veröffentlicht von Xbox Game Studios, weltweit 2020 erschienen. Verbundene Erkundung, vertiefter Kampf, freischaltbare Fähigkeiten und ein gemalter, bewegender Stil.
Ori and the Will of the Wisps im Test
MAX
Art-Design
★★★★★
"Ikonisch"
MAX
Musik
★★★★★
"Legendär"
4/5
Story
★★★★★
"Fesselnd"
Leuchtende Wälder, schimmerndes Wasser und Partikelregen: Hier scheint alles mit Licht gemalt. Tiefe Hintergründe und seidige Animation veredeln jeden Sprung und machen das Jump-’n’-Run zum Feenspektakel, das lange vor der Herausforderung berührt.
Gareth Coker hüllt den Wald von Niwen in ein lyrisches Orchester und ätherische Chöre, die ans Märchen streifen. Die Musik schwillt in den atemlosen Fluchten an, hält vor einem Panorama inne, betrauert die Verluste der Geschichte. Dieser kinematische Atem begleitet jeden Sprung und jeden Sturz und trägt die Emotion von Oris Reise mit einer Zartheit, die nachhallt.
Gameplay
"Meisterhaft"
Gleiten, schweben und von Wand zu Wand springen erzeugt einen Bewegungsfluss, den kaum ein Metroidvania erreicht. Der vertiefte Kampf variiert die Herangehensweise, ohne diese Leichtigkeit zu brechen, und die Fluchtsequenzen spannen die Nerven wie selten. Ein paar technische Schwächen bleiben, doch die Sprungpräzision und das lesbare Leveldesign machen jeden Durchgang zum reinen Genuss.
Spaß
"Schon in den ersten Sekunden"
An einer Wand gleiten, schweben, von Gegner zu Gegner springen: Die Fortbewegung fließt wie eine Choreografie in der Luft. Die Kämpfe gewinnen an Biss, während sich die Welt zu einem Geflecht aus Geheimnissen öffnet. Die Anmut der Bewegung und die Schönheit der Kulissen machen das Erkunden berauschend, und der Drang weiterzuziehen erlahmt nie.
Jenseits der klassischen Duelle treffen die Verfolgungsjagden am härtesten: vor einem einstürzenden Koloss durch eine zerberstende Welt fliehen, Plattformen und Schüsse im Takt einer ergreifenden Partitur. Jede Flucht verschmilzt millimetergenaues Steuern, das Lesen des Chaos und pure Emotion zum spielbaren, lebendigen Gemälde.
Ein verkanntes Juwel
Ein vom Microsoft-eigenen System überschatteter Nachfolger, litt Ori and the Will of the Wisps darunter, spät auf Switch zu erscheinen, lange nach dem ersten Hype. Schade, denn es übertrifft den Vorgänger: reicherer Kampf, größere verzahnte Welt und eine gemalte Kunstrichtung, die einem die Kehle zuschnürt. Seine Schönheit ist kein bisschen gealtert. Wegen seiner Emotion neu zu entdecken, ideal für Fans erzählender Jump'n'Runs.
Lohnt sich Ori and the Will of the Wisps 2026 noch?
Ori and the Will of the Wisps ist ein atemberaubend schönes Metroidvania. Seine gemalte Artdirection und die orchestrale Musik treffen eine seltene emotionale Saite, während die Fluchtsequenzen zu den anspannendsten des Genres zählen. Gegenüber dem ersten Teil gewinnt der Kampf an Substanz und Vielfalt, ohne die fließende Bewegung zu verlieren, die seine Handschrift ist. Einige technische Aussetzer und eine mitunter strafende Abstimmung der Verfolgungen bleiben. Doch das Ganze ist ein dichtes, großzügiges und bewegendes Abenteuer, das sehr gut gealtert ist. Für Genrefans ein nachhaltig prägendes Erlebnis.