Stylische Action auf dem Höhepunkt. Das Witch-Time-Ausweichen belohnt Mut, und das Aneinanderreihen von Combos bleibt herrlich flüssig. Die Inszenierungen grenzen ans Übertriebene, doch genau das macht Bayonetta so berauschend.
Euer Urteil
Kategorie
Action2 Spieler16+
Beschreibung
Die Hexe Bayonetta bekämpft Engel und Dämonen in überdrehter, fließender Action. Veröffentlicht von Nintendo, weltweit 2018 erschienen. Hexenzeit verlangsamt das Geschehen, schillernde Combos, gigantische Finishing-Attacken und Online-Koop.
Bayonetta 2 im Test
MAX
Art-Design
★★★★★
"Ikonisch"
MAX
Musik
★★★★★
"Legendär"
3/5
Story
★★★★★
"Solide"
Eleganz und Maßlosigkeit gehen Hand in Hand: schlanke Silhouetten, Haar als Waffe, barocke Engel und gotische Dämonen im Ballett seltener Flüssigkeit. Diese extrem stilisierte Inszenierung, trotz Chaos lesbar, setzt eine sofort erkennbare visuelle Handschrift.
Übersteuerter Pop und schmetternde Bläser mischen sich mit jazzigen Coverversionen von Standards, in einem bewusst zelebrierten Kitsch. Das Tempo überschlägt sich während der Combos und unterstreicht die Extravaganz der Kämpfe der Hexe. Dieser fast komische Überschwang passt zu Bayonettas Flair, wo jedes Ausweichen zur klanglichen Choreografie wird, und nährt den berauschenden Spaß der Action.
Gameplay
"Meisterhaft"
Im letzten Moment ausweichen, um die Hexenzeit auszulösen und den erstarrten Gegner zu strafen: das System belohnt Wagemut statt Vorsicht und liefert einen berauschenden Combo-Fluss. Die maßlose Inszenierung reiht Glanzstücke aneinander, ohne je die Lesbarkeit des Kampfes zu trüben. Bescheidene Länge, bewusst überzogene Handlung, doch ein Gipfel der stylischen Action, noch immer furchteinflößend.
Das perfekte Ausweichen, das die Hexenzeit auslöst, macht jeden Schlagabtausch zum tödlichen Ballett: Zeit verlangsamen, um Combos und dämonische Beschwörungen gegen kolossale Gegner zu verketten. Engel und Dämonen wachsen ins Wahnwitzige, und überzogene Quick Times setzen Duelle von berauschend bewusstem Übermaß in Szene.
Spaß zu mehreren
Jenseits seiner glühenden Solo-Action bot das Spiel den Tag-Climax-Modus, ein Duo, das darauf ausgelegt ist, sich gegen Gegnerwellen zu decken und Punkte zu vergleichen. Auf Online-Teamwork zugeschnitten, lebt sein Reiz zu zweit von den sich ergänzenden Hexen und der geteilten Kampfraserei, am schönsten als kooperativer Schwung, sofern sich noch eine Verbindung herstellen lässt.
Eine fragwürdige Moral
Eine elegante Hexe, die Schwärme himmlischer Engel unter reichlich anzüglichen Posen zerlegt: nüchtern beschrieben wirkt das Bild leicht verstörend. Im Spiel aber nehmen wir jedes ekstatische Combo als selbstverständlich stilvoll hin, ohne zu fragen, ob diese Geschöpfe des Paradieses das verdient hatten. Der Gegensatz zwischen zur Schau gestellter Grazie und fröhlichem Gemetzel macht den ganzen Reiz aus.
Lohnt sich Bayonetta 2 2026 noch?
Bayonetta 2 bleibt ein Gipfel der wirbelnden Action, vielleicht das gelungenste Werk von PlatinumGames. Die Hexenzeit, die nach perfektem Ausweichen die Action verlangsamt, belohnt Wagemut statt Vorsicht und liefert einen berauschenden Combo-Fluss. Die maßlose Inszenierung reiht Glanzstücke aneinander, ohne je die Lesbarkeit des Kampfsystems zu verlieren. Die bescheidene Länge und die bewusst übertriebene Handlung schmälern den Spaß nicht. Auf der Switch läuft dieser Port vorzüglich, samt erstem Teil. Wer ein anspruchsvolles, spektakuläres System meistern will, findet einen weiterhin furchteinflößenden Maßstab.