Dritter Hitman, der vergangene Missionen von Agent 47 durch retrospektive Erzählung neu betrachtet. Neu gestaltete Level und dunklerer Ton machen Contracts zu einem geschätzten Eintrag. Weniger innovativ als Blood Money, aber technisch solide und dem Franchise-Geist treu.
Euer Urteil
Kategorie
Action1 Spieler16+
Beschreibung
Der dritte Teil der Reihe, 2004 bei IO Interactive erschienen, der die Missionen des ersten PC-Hitman aufgreift und neu erfindet. Verwundet in einer Pariser Kirche, ruft sich Agent 47 seine älteren Aufträge in Erinnerung. Eine düstere, neblig-melancholische Neufassung der Formel, mit für die PS2 überarbeiteten Levels.
Hitman - Contracts im Test
4/5
Art-Design
★★★★★
"Markant"
4/5
Musik
★★★★★
"Hervorragend"
4/5
Story
★★★★★
"Fesselnd"
Die Art Direction taucht das Abenteuer in ein fiebriges Delirium. Verwundet und sterbend in einem regengepeitschten Pariser Hotelzimmer erlebt Agent 47 seine alten Contracts durch den Schleier des Fiebers wieder, und die Bildwelt trägt diese Verzerrung: beharrliche Nebel, entsättigte Farben, peitschender Regen, kränkliche Lichter und schattenertränkte Kulissen.
Der Soundtrack klingt wie eine Erinnerung, die verstimmt. Da die Missionen aus dem Delirium eines Sterbenden aufsteigen, vermählt sich die Musik ihrer Fremdheit: verlangsamte Themen, verschleierte Timbres, nachhallende Echos, wie durch ein erlöschendes Bewusstsein gehört. Die Atmosphären, dunkler als in den anderen Teilen, baden die Infiltration in ein dumpfes, klammes Unbehagen.
Die Erzählung macht einen sterbenden Killer zum Erzähler seines eigenen Lebens. Am Boden, eine Kugel im Körper, erlebt Agent 47 in Rückblenden eine Auswahl seiner vergangenen Contracts wieder, umgedacht durch das Prisma seines schwindenden Gedächtnisses. Das Abenteuer wird zu einem stummen Geständnis, ein Mann ohne Vergangenheit, der vielleicht ein letztes Mal die Morde betrachtet, die ihn zu dem machten, was er ist.
Die koreanische Ausgabe von Hitman Contracts, aus einem Markt mit schmalem physischem Vertrieb, was sie deutlich seltener macht als ihre westlichen und japanischen Pendants. Diese lokale Veröffentlichung reizt Sammler, die auf kaum dokumentierte regionale Auflagen von IO Interactives Stealth-Reihe achten. Ihre Begehrtheit beruht vor allem auf dieser geografischen Knappheit statt auf der Verbreitung des Spiels.
Eine fragwürdige Moral
Die perfekte Beseitigung einer Zielperson zu planen wirkt wie ein elegantes Rätsel: Verkleidungen, Gifte, vorgetäuschte Unfälle und ein leiser Abgang. Fast vergisst man, dass das Ziel weiterhin lautet, Menschen gegen Bezahlung zu töten, wobei das Spiel sauberes Arbeiten umso mehr belohnt. Der Mord wird zur Stilübung, und man bemüht sich wie ein fleißiger Schüler, ihn zu meistern.
Lohnt sich Hitman - Contracts 2026 noch?
Auf PS2 2004 erschienen, greift IO Interactives Teil mehrere Level des allerersten Hitman durch die fiebrigen Erinnerungen eines verwundeten Agent 47 wieder auf. Die regnerische, schmierige, entsättigte Atmosphäre gibt dem Spiel eine starke visuelle Identität, düsterer als die anderen Kapitel. Die Missionen setzen auf Verkleidung, Beobachtung und Freiheit der Herangehensweise, mit geduldig zu inszenierenden Attentaten. Jesper Kyds Musik bleibt grandios. Der geringe Fortschritt gegenüber Silent Assassin und steife Steuerung machen sich bemerkbar. Empfehlung für Serienfans.