Japanisches Pokémon Blau, ursprünglich per CoroCoro-Magazinabonnement vertrieben. Etwas anderer Cast als Aka/Midori, seltenere Pokémon. Später regulär verkauft. Für Pokémon-Sammler; sonst decken Aka oder Midori das Wesentliche. Historische japanische Nische.
Euer Urteil
Kategorie
Rollenspiel1 Spieler7+
Beschreibung
Alternative Version von Pokémon Rot, die dieselbe Kanto-Region und die 151 Pokémon teilt, jedoch mit unterschiedlichen versionsexklusiven Kreaturen zum Tauschen. Veröffentlicht von Nintendo/Game Freak, erschienen 1996 sowie 1998-1999 je nach Region. Dasselbe Hauptabenteuer mit eigenen versionsexklusiven Pokémon, die sich von der Roten Edition unterscheiden, und unverzichtbarem Link-Kabel.
Pokemon - Blaue Edition im Test
4/5
Art-Design
★★★★★
"Markant"
MAX
Musik
★★★★★
"Legendär"
3/5
Story
★★★★★
"Solide"
Diese Fassung beruht auf einem nach der ersten japanischen Veröffentlichung überarbeiteten Spritesatz, mit begradigten Haltungen und lesbareren Volumen, der zur Referenz für sämtliche westliche Ausgaben werden sollte. Die Farbe des Etiketts findet sich in der Wahl des Titelmonsters wieder, einem Meerestier, dessen kantige Silhouette der Rundheit des übrigen Bestiariums widerspricht.
Von der Ruhe Alabastias bis zu den aufgeladenen Kampfthemen haben Junichi Masudas Kompositionen ein ganzes Universum ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Die frostige Lavandia-Melodie wie die Siegesfanfaren bleiben unauslöschlich. Dieser grundlegende Soundtrack, von seltener Beschwörungskraft, hat ganze Generationen geprägt.
Gameplay
"Hervorragend"
Spaß
"Schon in den ersten Minuten"
Suchtfaktor
"Süchtigmachend"
Eine Kreatur zu fangen, sie aufzuleveln und dann den Pokédex zu vervollständigen webt eine Schleife kurzfristiger Ziele, die nie wirklich endet. Jeder Kampf bringt Erfahrung, jede Route verbirgt eine ungesehene Art und der Tausch zwischen Versionen treibt zum Weitererkunden. Das Tempo zeigt sein Alter und das Grinden macht sich bemerkbar, doch diese Sammeljagd bleibt unwiderstehlich fesselnd.
Schwierigkeit
"Ausgewogen"
Spieldauer
"Riesig"
Als Variante mit leicht umgestelltem Aufgebot drängt diese Ausgabe zum Tauschen, um die im Gegenstück fehlenden Exklusiv-Pokémon zusammenzubekommen. Kanto zu durchstreifen, die Arenen zu bezwingen und den Pokédex zu vervollständigen verlangt dieselbe Geduld, ergänzt durch die Zusammenarbeit der Versionen. Diese Tauschmechanik, das Herz des Phänomens, nährt eine Spielzeit, die weit über den letzten Orden hinausreicht.
Deutsches Gegenstück zu Blue mit Turtok auf dem Cover, von der englischen Ausgabe durch eine eigene deutsche Verpackung und ein Heft mit frisch geprägten lokalen Begriffen abgegrenzt. Der Start im Oktober 1999 fiel mit der Anime Premiere auf RTL II zusammen, was die Nachfrage speziell auf diese Fassung im deutschsprachigen Raum lenkte. Lose Exemplare sind heute verbreitet, ein vollständiges Stück mit sauberer deutscher Schachtel und Kanto Karte bleibt außerhalb Deutschlands unterrepräsentiert.
Ein Kult-Cover
Turtok richtet die Kanonen aus seinem Panzer auf tiefes Blau – eine ruhige Masse verhaltener Kraft. Als spezielle japanische Auflage besticht diese Edition durch eine ausgefeiltere Linienführung und ein klares Layout. Die aquatische Gelassenheit der Zeichnung kontrastiert mit dem Feuer der roten Version und macht sie zum begehrten Sammlerstück.
Eine fragwürdige Moral
Der beste Trainer zu werden, beruht auf einer Routine, die mitten im Spiel niemand hinterfragt: wilden Geschöpfen in der Natur zu begegnen, sie in Kämpfen mürbe zu machen und sie dann in einer Kugel einzuschließen, um eine Sammlung zu vervollständigen. Als großes freundschaftliches Abenteuer verkauft, läuft das Hobby darauf hinaus, ein Team gefangener Kämpfer zusammenzustellen, was es trotzdem niemandem verleidet.
Lohnt sich Pokemon - Blaue Edition 2026 noch?
Als Wiege der gesamten Serie bleibt die erste Pokémon-Generation auch heute ein faszinierendes Studienobjekt. Hunderteinundfünfzig Kreaturen zum Fangen, Entwickeln, Tauschen und Kämpfen, ein kluges Modulökonomie-System zwischen den Versionen und Rundenkämpfe von überraschender Lesbarkeit. Das Tempo ist nach heutigen Maßstäben gemächlich, das Balancing teils kantig und die Oberfläche angestaubt, doch die Schreibe ist für den Game Boy reif und die Erkundungsfreiheit trägt. Für Design-Interessierte, Sammler und Nostalgiker eine historische Quelle ersten Ranges.