The Witcher 3: Wild Hunt - Complete Edition (Europe)
Nintendo Switch
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Getestet 2019
92
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✪ Getestet am 7. Mai 2025
92
Eine bemerkenswerte Portierungsleistung auf der Switch. Das Bild verliert zwangsläufig an Schärfe, doch diese dichte Welt und ihre sorgfältig geschriebenen Nebenquests überzeugen weiterhin. Velen unterwegs zu erkunden bleibt ein kleines technisches Wunder.
Euer Urteil
Kategorie
Open World1 Spieler18+
Beschreibung
Geralt von Riva, ein Monsterjäger, durchquert eine riesige, vom Krieg gezeichnete Welt, um Ciri zu finden. Veröffentlicht von CD Projekt, weltweit 2019 erschienen. Folgenreiche Entscheidungen, sorgfältige Nebenquests und die Erweiterungen Hearts of Stone und Blood and Wine.
The Witcher 3: Wild Hunt - Complete Edition im Test
MAX
Art-Design
★★★★★
"Ikonisch"
MAX
Musik
★★★★★
"Legendär"
MAX
Story
★★★★★
"Meisterhaft"
Sumpfiges Velen, wimmelndes Novigrad, windgepeitschtes Skellige: Jede Region besitzt ihr eigenes Licht und ihre Palette, mit handwerklicher Sorgfalt gemalt. Diese glaubhafte Dichte, nie grell, verankert die Dark Fantasy in einer greifbaren Realität, die selbst auf Switch beeindruckt.
Das Gespann Marcin Przybyłowicz und die Band Percival schöpft aus slawischem Folk: raue Fiedeln, Drehleier, kehlige Stimmen, die nach Taverne und Heide riechen. Die Musik verhärtet sich im Moment des Schwertzugs und verstummt dann, um den Kontinent atmen zu lassen. Diese ethnische Färbung verankert die Welt in glaubhaftem Boden und bleibt von Geralts Ritten untrennbar.
Die Suche nach einem Kind in einer kriegszerfressenen Welt wird zum Rahmen für hunderte menschliche Geschichten, ohne klare Helden oder Schurken. Geralt zieht als müder Söldner hindurch, gezwungen zu grauen Entscheidungen, in denen eine Nebenquest so schwer wiegt wie die Hauptlinie.
Gameplay
"Meisterhaft"
Einen schlichten Monstervertrag annehmen und in eine menschliche Tragödie geworfen werden: es ist das Schreiben der Nebenquests, noch heute beneidet, das alles trägt. Die lebendige Welt verleiht jeder Entscheidung Gewicht. Der Schwertkampf zeigt sein Alter und die Switch-Fassung räumt deutliche optische Opfer ein, doch das komplette Abenteuer samt Erweiterungen in der Hand zu halten bleibt ein kleines Wunder.
Spaß
"Schon in den ersten Minuten"
Suchtfaktor
"Süchtigmachend"
Der Sog liegt hier in der erzählerischen Dichte: Selbst ein Aushang am Wegrand verbirgt eine sorgfältig geschriebene Nebenquest, und der Drang, 'nur weiterzulesen', schiebt das Ausschalten hinaus. Geralt auszubauen, Tränke zu brauen und einen Hexer-Auftrag zu jagen, öffnet ebenso viele Fäden zum Ziehen. Die Welt reagiert auf Entscheidungen und gibt jedem Umweg echtes Gewicht. Der Reichtum des Schreibens behält seine volle Wirkung; die kolossale Inhaltsmenge kann die Dringlichkeit der Haupthandlung verwässern.
Schwierigkeit
"Leicht"
Spieldauer
"Riesig"
Hexer-Aufträge übertreffen oft die Hauptquests anderer Spiele bei Weitem, und genau darin liegt die Stärke der Reise. Zwischen den beiden Erweiterungen, der Jagd nach Gwint-Karten und der Erkundung von Velen und Skellige knackt man mühelos hundert Stunden ohne Füllwerk. Ein Schreiben, das Wegwerf-Quests verweigert, erklärt, warum seine Dichte noch immer als Vorbild gilt.
Fernab gesichtsloser Horden bleiben die vorbereiteten Jagden haften: die Beute im Bestiarium studieren, die Klinge ölen und das richtige Zeichen wählen macht jede Pirsch zum Ritual. Die Schemen der Wilden Jagd und manche Magier liefern Duelle, in denen Vorbereitung und Ausweichen weit mehr zählen als blindes Draufhauen.
Eine fragwürdige Moral
Dörfer von Monstern zu befreien ist eine edle Berufung — die nebenbei das Plündern jeder Truhe, jeder Schublade und jeder Leiche am Wegrand umfasst. Wir nehmen klaglos hin, dass dieser Held fremdes Geschirr einsteckt und Kreaturen für ein paar Münzen jagt, denn ein Hexer muss schließlich leben. Die Kluft zwischen Retter des Kontinents und gründlichem Plünderer hat etwas Rührendes.
Lohnt sich The Witcher 3: Wild Hunt - Complete Edition 2026 noch?
The Witcher 3 bleibt ein Maßstab für erzählende RPGs, selbst auf bescheidener Hardware. Seine Nebenquests, mit einer Sorgfalt geschrieben, die viele noch beneiden, machen aus simplen Aufträgen kleine menschliche Tragödien. Die lebendige, glaubwürdige Welt verleiht jeder Entscheidung Gewicht. Der Schwertkampf, nie seine Stärke, zeigt heute sein Alter, und die Switch-Fassung verlangt deutliche optische Opfer. Doch unterwegs, mit beiden Erweiterungen, passt Geralts und Ciris komplettes Abenteuer in die Hand, was ein kleines technisches Wunder bleibt. Zum Entdecken der Saga ist das Paket großzügig und nach wie vor relevant.