Beschreibung
Agent York untersucht eine Mordserie in der schwülen Stadt Le Carré, Louisiana, und mischt Kaffee mit dem Übersinnlichen. Veröffentlicht von Rising Star Games, weltweit 2020 erschienen. Eine offene Stadt per Skateboard, Hunger und Schlaf im Blick, Verhöre, eine unheimliche Stimmung und ein jazziger Soundtrack.
Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise im Test
Yorks Ermittlung durch Le Carré zu steuern ist ebenso Erlebnis wie Spiel: Erkundung, Kampf und Fahren bleiben grob, mitunter mühsam, doch das gemächliche Tempo und die Erzählung füllen jede Handlung mit Sinn. Man spielt nicht wegen präziser Steuerung, sondern um einem einzigartigen Faden zu folgen. Empfehlenswert für alle, denen Atmosphäre wichtiger ist als Feinschliff.
Die Ermittlung läuft über Kleinstadt-Routinen: einen Tatort profilieren, dann per Skateboard nach Hinweisen suchen, dabei Hunger und Schlaf des Detektivs zwischen schrägen Dialogen jonglieren. Diese Ermittlungsschleife, gespickt mit Nebenzielen und exzentrischen Figuren, treibt dazu, 'wie es weitergeht' zu sehen. Die eigentümliche Stimmung, absurd und rührend zugleich, ist das, was wirklich festhält. Sein schräger Charme hält, doch wiederholte Wege und technische Aussetzer können die Spielzeit künstlich strecken.
Seltsam, liebenswert und gesprächig, drosselt dieser Open-World-Thriller bewusst das Tempo: Man fährt, angelt und jagt zwischen den Ermittlungen schräge Nebenquests, und die Stadt Le Carré lädt zum Bummeln ein. Diese gewollte Langsamkeit, gepaart mit einer surrealen Story, die sich Zeit lässt, dehnt das Erlebnis weit über die Haupthandlung hinaus. Es ist dieser schräge Charme, der Geduld belohnt, der die Neugierigen bindet.