Epic Games erfinden den Cover-Shooter mit Roll-und-Schlag-Deckung und einem testosterongetränkten Marcus Fenix neu. Sera bleibt eisig, das Knurren der Lancer ist unvergesslich und die 360 findet in Gears ihr offenkundiges erstes Flaggschiff.
Third-Person-Shooter, entwickelt von Epic Games und herausgegeben von Microsoft im Januar 2007. Marcus Fenix und die Delta Squad kämpfen gegen die unterirdisch lebenden Locust auf dem Planeten Sera. Das Spiel zeichnet sich durch ein flüssiges Deckungssystem mit dem sogenannten Roadie Run aus, bietet einen kooperativen Zwei-Spieler-Modus, die ikonische Kettensägen-Lancer sowie einen umfangreichen Online-Mehrspielermodus. Als eines der prägenden Spiele der Franchise definierte es den Cover-Shooter auf der Xbox 360 maßgeblich.
Gears of War im Test
MAX
Art-Design
★★★★★
"Ikonisch"
MAX
Musik
★★★★★
"Legendär"
4/5
Story
★★★★★
"Fesselnd"
Ruinöse brutalistische Architektur, eine graue Palette und dramatisches Licht: Der erste Teil begründet ein trostloses Kriegsuniversum von verblüffender Geschlossenheit. Das massige Charakterdesign und die abgenutzte Patina der Schauplätze formen eine maskuline, verzweifelte Ästhetik, die den „grau-dreckigen" Stil einer ganzen Shooter-Generation prägte.
Düster und martialisch entfaltet Kevin Riepls Musik ein schweres Orchester und tiefe Chöre, die sich der trostlosen Brutalität des Schlachtfelds anschmiegen. Die berühmte melancholische Coverversion von „Mad World" im Trailer blieb als einer der eindrücklichsten Trailer der Videospielgeschichte in Erinnerung. Eine bedrückende, filmische Weite.
Gameplay
"Hervorragend"
Spaß
"Schon in den ersten Sekunden"
Ein muskulöser TPS, der das Deckungssystem etablierte, in dem man von Deckung zu Deckung vorrückt und monströse Horden beballert, alles in einer düsteren, machohaften Atmosphäre. Das Gewichtsgefühl der Waffen und das aktive Nachladen schenken in jedem Schlagabtausch eine sofortige Befriedigung. Spektakulär, brutal und meisterhaft umgesetzt, ein Shooter, der das Genre neu definierte und besonders im Koop glänzt.
Suchtfaktor
"Süchtigmachend"
In Deckung gehen, ein perfektes Active Reload setzen und den Gegner dann im Nahkampf mit der Kettensäge zerteilen – das erzeugt ein nervöses, viszerales Schießen, bei dem jeder niedergestreckte Trupp den nächsten ruft. Als Pionier des Deckungskampfs reiht es Feuergefechte im Takt des Roadie Run aneinander, und Koop-Kampagne wie kompetitives Versus starten die Sitzung immer wieder neu. Linearität und derber Ton sind nicht für jeden, doch die Wucht des Lancer fesselt nachhaltig.
Nordamerikanische (NTSC-U) Ausgabe einer Zugmaschine der Xbox 360: Dieser Deckungs-Shooter definierte eine jahrelang imitierte Ästhetik und Mechanik, ein großes technisches Schaustück der Konsole. In Mengen auf einem großen, liquiden nordamerikanischen Markt verkauft, bleibt er überall und günstig. Sein Reiz ist heritage-basiert, der eines grundlegenden Meilensteins der Generation, den man wegen seiner Aura besitzt, die kolossale Auflage schließt jede Knappheit oder hohen Kurs aus.
Denkwürdige Bosse
Auf Deckungskampf ausgelegt, zwingen die Wächter dieses unterirdischen Krieges ebenso zum Austricksen wie zum Schießen: die blinde Berserkerin, die man ins Licht lockt, oder General RAAM, ein Koloss, geschützt von einer Kryll-Wolke, die man zerstreuen muss. Jedes Duell verlangt, das Gelände zu lesen und die Positionen zu verwalten. Eine schwere Atmosphäre und imposante Gegner verankern diese Zusammenstöße im Gedächtnis des Genres.
Spaß zu mehreren
Deckungsshooter mit wuchtigem, kernigem Gefühl, dessen Kampagne sich zu zweit im Koop am besten genießen lässt, Splitscreen inklusive – einander deckend und unter Feuer von Mauer zu Mauer vorrückend. Das kompetitive Versus, allen voran Warzone und Execution, belohnt die Kontrolle über Waffen und Gelände. Lokaler Splitscreen stützt einen Mehrspielermodus, dessen Server nicht mehr garantiert sind – für ein rohes, taktisches Vergnügen.
Ein Kult-Cover
In Panzerung und Chrom gehüllt, steht Marcus Fenix in einem zähen Halbdunkel, in dem die Locust-Bedrohung lauert. Die metallischen Grautöne und die dämmrige Stimmung vermitteln die raue Brutalität des Schlachtfelds. Massiv und düster, kündigt es das Eisen, das Blut und das Getöse eines Krieges ohne Atempause an.
Lohnt sich Gears of War 2026 noch?
Auf Xbox 360 2006 erschienen, definierte Epic Games' Gears of War den Deckungsshooter und stellte die Kraft der Konsole mit seinem düsteren, muskulösen Science Fiction Krieg zur Schau. Das Deckungssystem, nervös und lesbar, und das aktive Nachladen, das Timing belohnt, bleiben befriedigend. Die Kettensäge des Lancer wurde ikonisch, und die Koop Kampagne behält echten Biss. Die graue Ästhetik und das Korridortempo sind etwas gealtert. Doch das Kampfgefühl bleibt markant. Für Freunde des Third Person Shootings behält dieser Pionier ein starkes Interesse.