Saints Row 2 erweitert die Basis mit dichterem Stilwater, willkommenem Koop und deutlich selbstbewussterem Humor. Das Ergebnis findet endlich seine Balance zwischen Ernst und Burlesken und ist der Eckpfeiler, der die späteren freudigen Abweichungen der Saga ankündigt.
Euer Urteil
Kategorie
Action-Adventure1 Spieler18+
Beschreibung
Open-World-Actionspiel, entwickelt von Volition und veröffentlicht von THQ im Oktober 2008. Der Boss der Saints kehrt aus dem Gefängnis zurück und baut seine Gang in Stilwater von Grund auf neu auf, während er sich gegen rivalisierende Gangs und korrupte Konzerne behaupten muss. Im Vergleich zum ersten Teil bietet Saints Row 2 eine erheblich vergrößerte offene Spielwelt, tiefgreifende Anpassungsmöglichkeiten für den Charakter und das Apartment sowie einen deutlich ausgeprägteren Humor. Diese Fortsetzung von Saints Row gewährt dem Spieler wesentlich mehr Freiheiten.
Saints Row 2 im Test
4/5
Art-Design
★★★★★
"Markant"
4/5
Musik
★★★★★
"Hervorragend"
4/5
Story
★★★★★
"Fesselnd"
Der Charaktereditor wird zum wichtigsten visuellen Argument: Geschlecht, Statur, Gang, Stimme und selbst Gesichtsdetails lassen sich getrennt einstellen, sodass die Bandenchefin eine übergewichtige Rentnerin sein kann oder ein Koloss im Dreiteiler. Der Rest des Spiels akzeptiert diese Silhouette, ohne sie je zu kommentieren, und jede Erzählszene wird mit dem selbstgebauten Körper neu gespielt.
Das Radio gewinnt an Umfang und Frechheit: mehr Sender, parodistische Werbespots zwischen den Stücken und vor allem Moderatoren, die den laufenden Bandenkrieg wie eine Lokalmeldung kommentieren. Manche Missionen stützen sich auf einen bestimmten Song, ausgewählt für seinen Abstand zur Gewalt auf dem Bildschirm, ein Verfahren, das die Reihe fortan beibehält.
Die Erzählung beginnt mit einem Erwachen: Der Anführer der Saints kommt nach der Explosion, die den ersten Teil beendete, aus dem Koma, findet die Bande aufgelöst und die Stadt an einen Konzern verkauft. Die Rückeroberung wird dann als methodische Rache an drei Fronten erzählt, und der Ton kippt in fröhliche Grausamkeit, ohne dass der Einsatz aufhört, eine persönliche Abrechnung zu sein.
Eine Bande zu führen, die zur Handelsmarke und schließlich glatt präsidial wird, erlaubt so ziemlich alles: Raubzüge, irrwitzige Stadtzerstörung und immer absurdere Waffen. Der ironische Ton ist so dick aufgetragen, dass man das wachsende Vorstrafenregister schnell vergisst und diesen großen kriminellen Tummelplatz als erklärte Parodie statt als Gauner-Handbuch genießt.
Lohnt sich Saints Row 2 2026 noch?
Eine Fortsetzung von Volition: Saints Row 2 behauptet die Identität der Reihe, indem es Maßlosigkeit, Humor und Anpassungsfreiheit weit über sein Vorbild hinaustreibt, in einem vergrößerten, chaosträchtigen Stilwater. Der Wahnsinn der Nebenaktivitäten, der Open World Koop und der ungenierte Ton machen es zu einem vergnüglichen, großzügigen Sandkasten. Die ungleiche technische Umsetzung dämpft das Ganze. Eine ausgezeichnete kriminelle offene Welt für Freunde urbanen Chaos.