Siren liefert radikales japanisches Survival Horror. Sightjacking mit Feinden, verheerte Landschaft und zerklüftete Erzählung. Anspruchsvoll, verstörend, unvergesslich.
Euer Urteil
Kategorie
Survival1 Spieler18+
Beschreibung
Ein SCE-Japan-Studio-Survival-Horror aus dem Jahr 2003, der erste Siren-Marken-Teil von Keiichiro Toyama (Schöpfer von Silent Hill). 33 Charaktere wechseln sich im japanischen Geisterdorf Hanuda ab, das von Untoten namens Shibito heimgesucht wird. Einzigartige Sightjack-Mechanik, die es Spielern ermöglicht, durch Shibito-Augen zu sehen. Beklemmende Atmosphäre, fragmentierte Erzählung. Japanischer Kult.
Siren im Test
MAX
Art-Design
★★★★★
"Ikonisch"
4/5
Musik
★★★★★
"Hervorragend"
4/5
Story
★★★★★
"Fesselnd"
In Nacht ertrunkenes japanisches Land, gescannte Gesichter von verstörendem Realismus und spärliches Licht: Der Horror entspringt einem frostigen Naturalismus. Die Körnung der Texturen und die bedrückende Dunkelheit stiften ein Unbehagen in jedem Augenblick. Diese visuelle Regie, streng und beklemmend, pflegt einen Schrecken von seltener Härte.
Der klangliche Horror ordnet sich um ein Signal: die Sirene, die dem Spiel den Titel gibt. Ihr fernes Heulen, dumpf und quälend, ertönt, um das Erwachen der Toten und den Umschlag in die Nacht zu markieren, und wird zum Leitmotiv der Angst. Ringsum summen die Shibito tonlose Klagegesänge, gebrochene Choräle, die aus dem Dunkel steigen, und das Dorf raschelt von Glocken und Gebeten.
Die Erzählung liest sich wie ein zersplittertes Mosaik. Eine endlose Nacht fällt über das Dorf Hanuda, und das Spiel folgt abwechselnd dreiunddreißig Figuren, deren Wege sich kreuzen, verfehlen und einander erhellen. Jedes Fragment ergibt nur mit den anderen zusammengesetzt einen Sinn, und indem man dieses zeitliche Puzzle rekonstruiert, durchdringt der Spieler den Fluch.
Die asiatische Auflage von Siren, in geringerer Stückzahl erschienen als die japanische und die amerikanische Fassung dieses kultigen Sightjacking-Survival-Horrors. Diese regionale Veröffentlichung zieht Sammler an, die auf die wenig verfolgten lokalen Ausgaben eines Autoren-Horrortitels achten. Ihre Begehrtheit beruht vor allem auf dieser geografischen Knappheit.
Ein verkanntes Juwel
Durch die Augen deiner Feinde sehen, um ihnen besser auszuweichen: Sightjacking trägt diesen japanischen Survival-Horror von seltener Düsterkeit und Härte, vom Schöpfer von Silent Hill. Seine Undurchsichtigkeit und schroffe Schwierigkeit schreckten die Masse ab. Wer bereit ist, sich darin zu verlieren, erlebt Horror von unvergleichlicher Intensität.
Lohnt sich Siren 2026 noch?
Auf PS2 2004 erschienen, bleibt Sonys Projekt unter Keiichiro Toyama, dem Schöpfer des ersten Silent Hill, einer der quälendsten und forderndsten Survival Horror Titel überhaupt. Die Sightjack Mechanik, die durch die Augen der Untoten sehen lässt, um ihre Runden vorauszusehen, verwandelt Furcht in angespannten Stealth, in dem Flucht über Kampf siegt. Die Atmosphäre eines verfluchten japanischen Dorfes und die in mehrere Blickwinkel zersplitterte Geschichte prägen nachhaltig. Die gnadenlose Schwierigkeit und steife Steuerung schrecken ab. Ein radikales Kultwerk.