Das direkte Sequel verbessert alles: offenere Welt, mehr Dämonen, bessere Navigation. Die postapokalyptische Atmosphäre ist beeindruckend. Ein J-RPG-Meilenstein zum Wiederentdecken, um die SMT-Saga zu verstehen.
Euer Urteil
Kategorie
Rollenspiel1 Spieler12+
Beschreibung
Megami-Tensei-Fortsetzung mit post-apokalyptischem Szenario und Dämonenfusionssystem. Von Namco, erschienen in Japan 1990. Erste-Person-Erkundung, Dämonenrekrutierung und -fusion. Zweiter Megami Tensei auf Famicom.
Digital Devil Story - Megami Tensei II im Test
4/5
Art-Design
★★★★★
"Markant"
4/5
Musik
★★★★★
"Hervorragend"
4/5
Story
★★★★★
"Fesselnd"
Kazuma Kaneko setzt sein Dämonenbestiarium in einem sehr beengten Pixelraster durch: kantige Silhouetten, Hörner, überlange Glieder, aus der religiösen Bildsprache mehrerer Traditionen gezogen. Die Gänge in Ich-Perspektive bleiben bewusst kahl, was die gesamte Bildlast auf die begegneten Wesen konzentriert.
Die Begleitung arbeitet am Unbehagen: kurze, ohne Auflösung wiederholte Motive, instabile Harmonien, bewusst trockene Klangfarben. Die Dungeonthemen kreisen lange über denselben Intervallen, was das Labyrinth dem Ohr ebenso schwer macht, wie es zu durchlaufen ist, und die seltenen ruhigeren Passagen treten umso mehr hervor.
Ein von einem Atomkrieg in Asche gelegtes Tokio dient als Kulisse für eine Suche, in der mit Dämonen verhandelt statt gegen sie gekämpft wird. Die Erzählung mischt religiöse Mythologien und Informatik und stellt moralische Entscheidungen, die das erreichte Ende wirklich bestimmen, was auf der Konsole zu jenem Zeitpunkt praktisch beispiellos war.
Gameplay
"Solide"
Spaß
"Mau"
Suchtfaktor
"Packend"
Schwierigkeit
"Schwer"
Spieldauer
"Riesig"
Eine weitläufige postapokalyptische Welt zu erkunden, Dämonen anzuwerben und dann zu immer mächtigeren Kreaturen zu verschmelzen, dehnt jeden Durchgang spürbar. Moralische Fraktionsentscheidungen, Egoperspektiv-Verliese und das endlose Optimieren des Dämonenpantheons nähren tiefe Wiederspielbarkeit. Diese erweiterte Fülle festigt den Ruf des zweiten Megami Tensei als anspruchsvolles Kult-RPG.
Komplett; Box, Anleitung und Datenträger sehr sauber. Wenig benutzt.
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Sammlerwert
Ein ausgereifteres und selteneres Famicom-Sequel als der Erstling, vor den modernen Compilations weder übersetzt noch offiziell außerhalb Japans portiert. Die Cartridge bleibt ein Famicom-RPG-Gral, weil diese Fassung Originalgrafik und -soundtrack unangetastet bewahrt. Boxed CIB steigt stetig, getragen von Atlus' weltweitem Rang und der wachsenden Neugier auf nicht remasterte Original-Famicom-Versionen.
Eine fragwürdige Moral
Als Pionier einer langen Ahnenreihe etabliert der Titel schon seine verstörendste Logik: Man spricht mit den begegneten Dämonen, gewinnt sie durch Schmeichelei oder Drohung und verschmilzt sie dann reumütlos zu stärkeren. Die Welt zu retten läuft hier über die unbekümmerte Verwaltung einer Herde von Verbündeten, die im Grunde zu bloßem Bastelmaterial herabsinken.
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Digital Devil Story - Megami Tensei II verbessert alles: eine offenere Welt, mehr Dämonen, bessere Navigation und eine deutlich ausgefeiltere Erzählweise. Die postapokalyptische Atmosphäre ist beeindruckend für eine Famicom-Kassette, und das Verhandlungssystem gewinnt spürbar an Tiefe. Der Titel bleibt Japan-exklusiv und erfordert für Nicht-Japanischsprechende einen Fan-Patch, markiert jedoch klar den Übergang zu dem, was zu Shin Megami Tensei werden sollte. Für Liebhaber düsterer japanischer J-RPGs und verborgener Meilensteine ist dies heute eine unverzichtbare Etappe, um die gesamte Saga zu verstehen.